Gestern war ein aufregender Tag. Wir hatten das erste Gespräch mit dem Jugendamt und wussten nicht, was uns erwarten wird. 16 Uhr trafen wir unsere Betreuerin, die uns durch das Verfahren begleitet. Wir hatten bereits alle Dokumente gesammelt, einen Fragebogen und unsere Lebensberichte eingereicht. Der grobe Ablauf bedeutet ca. 6-8 Gesprächstermine inklusive einem Hausbesuch und anschließend ein zweitägiges Seminar über Baby- und Kinderkunde. Wir waren von dem Gespräch positiv überrascht. Nicht nur wir wollen ein Kind, nein das Jugendamt will auch gute Eltern finden. Es ist also ein Austausch auf Augenhöhe, beide Parteien möchten am Ende das Beste für ein Kind. Wir müssen nun in dem Gesprächen herausfinden, was wir uns für ein Kind vorstellen können und was wir leisten können. Wir haben uns zum Beispiel gegen ein behindertes Kind entschieden, da wir die Betreuung nicht gewährleisten können. Beispielsweise hatten wir ein „ja“ bei Geschwisterkind angekreuzt. Unsere Sachbearbeiterin hat uns aber erklärt, dass das nicht immer gut ist, denn die Kinder kommen aus schweren Verhältnissen und oft ist auch eher ein toxisches Verhältnis zwischen den Kindern. Hier versucht man sie getrennt aber in der Nähe unterzubringen, mit der Hoffnung, die jeweiligen Adoptiveltern sind im groben Kontakt. So bekommt das jeweilige Kind volle Aufmerksamkeit der Eltern. Es sind uns Beispiele genannt wurden, was uns erwarten kann. Zum Beispiel gab es den Fall, das ein Kind überfüttert wurde, immer wenn es sich gemeldet hat, hat die Mutter es vollgestopft. Dem Kind ein normales Essverhalten beizubringen ist nicht einfach. Ein anderes Kind hat nie Grenzen gesetzt bekommen oder das Gegenteil, ein kleiner Junge konnte mit zwei Jahren nichts, er wurde einfach nicht gefördert. Alles Bedarf dann viel Mühe der Adoptiveltern. Wir werden nach der Adoption nicht allein gelassen, es gibt mehrere Anlaufstellen, die uns nach und nach vorgestellt werden, an die wir uns bei Bedarf wenden können. Uns wurde im ersten Termin schon mitgeteilt, dass wir Elterngeld beantragen können und es da viele neue Modelle gibt. Hier können wir uns vorab zum Beispiel bei der Schwangerschaftsberatung beraten lassen. Denn wenn das Kind plötzlich zu uns kommt, haben wir wahrscheinlich dafür keine Nerven mehr. Der nächste Termin ist Anfang Oktober. Es bleibt spannend 🙂
1. Gespräch beim Jugendamt
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