Wir haben den Termin heute überstanden. Wir sind wieder etwas schlauer, wie das alles so im Jugendamt funktioniert. Das JA hat nichts gegen eine Fremdbewerbung, allerdings ist es meistens so, dass Fremdbewerber eher kränkere Kinder bekommen. Die meist etwas gesünderen Kinder werden an die Eltern im eigenen Kreis vermittelt. Daher haben wir uns erstmal entschieden in Leipzig zu bleiben und uns nicht weiter in Halle zu bewerben. Letztes Jahr wurden wohl in Leipzig 27 Kinder vermittelt, sowohl innerhalb Leipzigs, als auch weiter in andere Regionen in Deutschland. Von gesund bis drogenabhängig und sämtliche Hautfarben war alles dabei. Hinzu kommen noch Kinder, die gar nicht vermittelt werden können, da Alkohol in der Schwangerschaft eine sehr große Rolle gespielt hat.
Wir haben nun geändert, dass wir uns vorstellen können ein Kind aufzunehmen, wo die Mutter gemäßigt Drogen wie Marihuana während der Schwangerschaft genommen hat. Die Werte, die übrigens nach der Geburt entnommen werden, sagen nur darüber aus, ob die Frau Drogen genommen hat, man kann aber nicht feststellen, ob viel oder wenig oder nur in der Situation der Geburt konsumiert wurde. Gerade wenn Frauen kurz vor der Geburt Drogen nehmen, um diese zu überstehen, ist der Drogenwert sehr hoch. Es kann aber durchaus sein, dass sie vorher fast nie was genommen hat.
Frau Al Absi fragte immer wieder sehr geschickt, ob wir uns auch ein Kind mit anderer Hautfarbe vorstellen können. Darüber sprechen wir jetzt in den nächsten Tagen zu zweit nochmal in Ruhe. Die Tendenz im Moment geht aber eher dagegen. Wir werden sehen, wie es weiter geht. Es hieß heute, dass eine Wartezeit bis zu zwei Jahren durchaus normal sein können. Zu Sissy hatten sie drei Jahre gesagt. Aber grundsätzlich kann man es gar nicht sagen, wie lange es dauert. Wir warten also wie immer weiter ab.
Schreibe einen Kommentar