1. Schwangerschaft

Nach nur vier Monaten üben und nach wie vor in einer Fernbeziehung, in der wir uns nur am Wochenende sehen, klappte es überraschend schnell. Wir waren gerade in Portugal im Urlaub und schon auf dem Hinweg wunderte ich mich darüber, dass alles so intensiv roch. Vor allem auch das Parfüm unseres Shuttlefahrers vom Parkplatz am Flughafen in Berlin. Nach ein paar Tagen in unserer Unterkunft habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht (26.3.2019), der sofort positiv anzeigte und keinen Zweifel offen ließ. Sebastian schlief in der Zeit und ich überraschte ihn, in dem ich es auf einen Block schrieb. Als er aufwachte stand neben ihm geschrieben „Du wirst Papa am 27.11.2019“. Wir waren überglücklich und Sebastian sagte das klappt ja wirklich. Vor lauter Aufregung hoffte ich natürlich alles richtig zu machen, alles richtige zu essen, stellte den Alkohol ein und rohe Lebensmittel wie Lachs.

Wir waren wieder zurück in der Heimat und ich vereinbarte einen Termin bei meiner Frauenärztin. Am 8.4.19 sah ich unseren kleinen Krümel im Ultraschall und auch einen kräftigen Herzschlag. Laut meiner Ärztin ist alles in Ordnung und ich solle in vier Wochen wieder kommen. Mir wurde noch Blut abgenommen – auch da war alles in Ordnung.

Wir waren in Dresden und an diesem Abend, am 25.4.2019 mit Freunden von Basti zum Grillen verabredet. Ich bekam am Nachmittag leichte Schmierblutung. Allerdings machte ich mir erstmal keine Sorgen, denn ich hatte gelesen, dass das vorkommen kann und nichts weiter bedeutetn muss. Am Abend wurde es aber leider zunehmend doller und ich blutete richtig stark. Ich hatte immer heftigere Schmerzen, die in unregelmäßigen Abständen kamen. Ich war in der 11. Schwangerschaftswoche als ich unser Baby verlor. Da es mir immer schlechter ging, haben wir den Krankenwagen gerufen und ich wurde sogar mit Sirene in das Krankenhaus in Dresden eingeliefert. Die ganze Trage war vollgeblutet, meine Sachen konnte ich weg werfen. Und da bestätigte es sich und man will es nicht hören und sehen. Wir hatten eine Fehlgeburt erlitten. Ich bekam Buscopan verschrieben und wir wurden wieder nach Hause geschickt. Riesige Slippeinlagen verhinderten eine weitere Sauerei. Bastis Couch war leider reif für den Müll. Ich hatte noch immer unglaubliche Schmerzen und das Buscopan hatte überhaupt nicht geholfen. Ich musste mich auch die halbe Nacht übergeben. An Schlaf war nicht zu denken. Irgendwann hörten die Schmerzen dann in dieser Nacht auf. Wir wussten nicht wohin mit unserer Trauer. Auf eine Geburt wird man vorbereitet, aber auf eine Mögliche Fehlgeburt mit Wehen nicht!

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