Es ist viel Zeit vergangen. Ich musste Kraft sammeln. Wir waren im Mai erneut in der KiWU-Klinik. Überraschenderweise war meine Gebärmutterschleimhaut gut aufgebaut (7,5 mm). Ich war überrascht und die Achterbahn begann von vorn. Vielleicht klappt es ja dieses Mal, aber nur nicht zu dolle freuen. Ich hatte mit der Ärztin immer vereinbart, dass wir zwei Embryonen zurück bekommen, die mir dann eingepflanzt werden. Auch dieses Mal war die Absprache so. Sie meinte allerdings, dass wir aus Januar noch einen übrig haben. Sie würde zwei weitere auftauen und dann aus den dreien die beiden besten auswählen. Ich war nicht begeistert, ich wollte keinen „wegwerfen“. Aber gut, die beiden Besten haben vielleicht alle Möglichkeiten sich am ehesten einzupflanzen. Als ich am Transfertag kam und der Katheter eingeführt wurde hieß es plötzlich, es ist nur ein Embryo. Ich war total geschockt. Da hätte mich die Ärztin ja mal anrufen können oder so. Sie erklärte mir, dass das nicht geht, wenn die Embryonen nicht zur selben Zeit eingefroren wurden und in einem unterschiedlichen Entwicklungsstatus sind. (der eine war ja wieder eingefroren wurden, da ich Corona hatte und an diesem Tag schon ein Dreizeller). Ich hasse dieses hin und her. Das ist so wahnsinnig emotional und dann sowas. Ich war so traurig und sauer. Aber natürlich hoffte und liebte ich auch den einen Embryonen und wünschte mir so sehr, dass er bei mir bleibt. Allerdings war der Test dann wieder negativ. Bzw. entwickelt man mit der Zeit ein sogenanntes „Inneres Wissen“. Man weiß einfach, wenn es nicht klappt. Ich bin völlig kraftlos und hänge durch. Die Hormone geben mir körperlich den Rest. Ich brauche Zeit um mich zu erholen und diese Enttäuschung zu verarbeiten.
Zweiter Kryo-Versuch
In